Unterwegs

Urlaub mit Rollstuhl: worauf es bei der Planung ankommt

Mann im Strongback Flip mit Begleitperson auf der Promenade eines Yachthafens
Ob eine Reise erholsam wird, entscheidet sich in der Vorbereitung.

Reisen mit Rollstuhl ist heute deutlich einfacher als noch vor zwanzig Jahren. Viele Regionen werben aktiv um Gäste mit Einschränkungen, und Barrierefreiheit ist in der Hotellerie kein Nischenthema mehr. Trotzdem entscheidet die Vorbereitung darüber, ob eine Reise erholsam wird. Die folgenden Punkte sind die, bei denen es in der Praxis am häufigsten klemmt.

Die Unterkunft: barrierefrei ist nicht gleich barrierefrei

Der Begriff ist nicht geschützt und wird unterschiedlich weit ausgelegt. Manche Häuser meinen einen ebenerdigen Zugang, andere ein vollständig ausgestattetes Zimmer. Fragen Sie deshalb konkret nach Zahlen statt nach Begriffen:

  • Wie breit ist die Zimmertür, wie breit die Badezimmertür?
  • Gibt es Stufen auf dem Weg von der Straße bis zum Zimmer, und wenn ja, wie viele?
  • Ist die Dusche schwellenlos, gibt es Haltegriffe und einen Duschsitz?
  • Wie kommt man zum Frühstücksraum, zum Pool, zur Terrasse?
  • Gibt es einen Aufzug, und wie groß ist die Kabine?

Der Ton der Antwort sagt oft mehr als die Antwort selbst. Wer freundlich und genau auskunftsfähig ist, hat sich mit dem Thema befasst.

Anreise mit dem Auto

Für Reisen innerhalb Deutschlands ist das eigene Auto meist die einfachste Lösung. Entscheidend ist, wie gut sich der Rollstuhl verladen lässt. Bei unseren faltbaren Modellen nehmen Sie die Hinterräder über die Steckachsen ohne Werkzeug ab und klappen den Rahmen zusammen. Zu heben bleiben dann ab 7,8 kg. An Autobahnen sind behindertengerechte Toiletten an Raststätten inzwischen die Regel; die Standorte lassen sich vorab in den üblichen Karten-Apps prüfen.

Anreise mit Bahn oder Flugzeug

Hier zählen zwei Dinge: das Faltmaß und die Frage, ob Teile getrennt aufgegeben werden können. Beides ist bei faltbaren Modellen gegeben. Melden Sie den Bedarf früh an, bei der Bahn über die Mobilitätsservice-Zentrale, bei Fluglinien über den Kundenservice. Die Bedingungen unterscheiden sich je Anbieter erheblich, gerade bei Fluglinien außerhalb Europas. Lassen Sie sich die Zusage schriftlich geben.

Praktischer Hinweis: Notieren Sie sich die Maße und das Gewicht Ihres Rollstuhls und haben Sie sie bei jedem Telefonat parat. Das verkürzt die Gespräche deutlich. Die Zahlen für unsere Modelle stehen in den Maßtabellen auf den Produktseiten.

Vor Ort: die Wege sind das Thema

Ein barrierefreies Zimmer nützt wenig, wenn der Weg zum Strand über Sand führt oder die Altstadt aus Kopfsteinpflaster besteht. Prüfen Sie vorab, wie die Wege zu den Orten aussehen, die Sie tatsächlich besuchen wollen. An Nord- und Ostsee sind Strandpromenaden und Zugänge vielerorts gut ausgebaut. In historischen Innenstädten ist es oft das Gegenteil.

Was ins Gepäck gehört

  • Werkzeug und Ersatzteile für die Steckachsen, auch wenn man sie selten braucht.
  • Eine Transporttasche, wenn der Rollstuhl als Gepäck aufgegeben wird. Wir bieten dafür eine Reisetasche an.
  • Die Kontaktdaten eines Sanitätshauses am Zielort, für den Fall einer Reparatur.
  • Die Rechnung oder Modellbezeichnung, falls unterwegs Ersatzteile nötig werden.

Auch für Begleitpersonen soll es Urlaub sein

Wer schiebt, trägt und organisiert, braucht ebenfalls Erholung. Das leichte Gewicht wirkt hier doppelt: es entlastet nicht nur beim Verladen, sondern auch über den Tag. Und es lohnt sich, bei der Buchung darauf zu achten, dass es vor Ort Angebote gibt, die alle gemeinsam wahrnehmen können.

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