Rollstuhl für zierliche Personen: fünf Dinge, die zählen
Die meisten Rollstühle sind für durchschnittliche Körpermaße gebaut. Wer klein oder zierlich ist, sitzt darin oft zu breit, zu tief und zu hoch. Das ist kein Komfortthema: ein zu großer Rollstuhl ist schwerer zu manövrieren, schlechter zu verladen und im Sitzen unruhig, weil der Körper keinen seitlichen Halt findet. Fünf Punkte machen den Unterschied.
1. Die Sitzbreite
Sie ist die wichtigste Entscheidung, weil sie sich später nicht ändern lässt. Messen Sie im Sitzen die Breite über die Hüfte und geben Sie auf jeder Seite ein bis zwei Zentimeter zu. Zu schmal drückt, zu breit kostet Halt: der Oberkörper kippt zur Seite, und die Arme erreichen die Greifreifen schlechter. Comfort und Flip gibt es mit 40, 45 und 50 cm Sitzbreite; 40 cm ist die Größe, die für zierliche Personen meist passt.
2. Die Sitztiefe
Sie wird oft übersehen. Ist der Sitz zu tief, drückt die Vorderkante in die Kniekehle, und man rutscht nach vorn, um das zu vermeiden. Genau dadurch entsteht die runde Haltung, die man eigentlich verhindern will. Bei Größe S beträgt die Sitztiefe 40 cm, bei M und L jeweils 45 cm. Als Anhaltspunkt: zwischen Kniekehle und Sitzkante sollten etwa zwei bis drei Finger Platz bleiben.
3. Das Gewicht
Ein schwerer Rollstuhl kostet Kraft, und zwar bei allen Beteiligten. Wer selbst anschiebt, ermüdet schneller. Wer schiebt, merkt es im Rücken. Und wer den Rollstuhl täglich ins Auto hebt, merkt es sofort. Achten Sie auf zwei Zahlen: das Nettogewicht ohne Räder, Fußstützen und Kippschutz, und das Gesamtgewicht komplett montiert. Bei unseren Modellen sind das ab 7,8 kg netto und 12,6 bis 13,3 kg komplett. Angaben ohne Bezugsgröße sind wenig wert; fragen Sie im Zweifel nach, was mitgewogen wurde.
4. Faltmaß und Handhabung
Kompakt heißt nicht nur schmal, sondern auch gut zerlegbar. Prüfen Sie, ob sich die Hinterräder ohne Werkzeug abnehmen lassen, ob die Fußstützen schwenkbar und abnehmbar sind und wie klein der Rahmen zusammengeklappt wird. Bei uns laufen die Hinterräder auf Steckachsen und gehen mit einem Knopfdruck ab. Für zierliche Nutzer ist außerdem die Gesamtbreite wichtig: 64 cm bei Größe S, gegenüber 75 cm bei Größe L. Das entscheidet, welche Türen in der Wohnung passierbar sind.
5. Die Rückenlehne
In einem Standardrollstuhl hängt die Rückenlehne als Gurtbespannung zwischen zwei Rohren. Sie gibt mit der Zeit nach und formt eine Hängematte, in der das Becken nach vorn kippt. Bei unseren Modellen ist die Lehne in den Rahmen integriert und der natürlichen S-Kurve der Wirbelsäule nachgeformt, der Sitz fällt um 12° nach hinten ab. Beides greift ineinander und unterstützt eine aufrechte Sitzhaltung, ohne dass Kissen nachgerüstet werden müssen.
Und die Haltbarkeit?
Leicht und robust sind kein Widerspruch, wenn die Materialien stimmen. Alle unsere Modelle sind bis 135 kg belastbar, der HD bis 170 kg. Das gilt auch für die kleine Größe: die Tragkraft hängt bei uns nicht von der Sitzbreite ab.
Vor dem Kauf messen, nicht schätzen
Nehmen Sie die Maße im Sitzen, mit der Kleidung, die Sie üblicherweise tragen, und schreiben Sie sie auf. Die vollständigen Maßtabellen aller Modelle stehen auf den Produktseiten von Comfort, Flip und HD. Wenn Sie unsicher sind, führt der Konfigurations-Leitfaden in wenigen Fragen zur passenden Größe, oder Sie rufen uns an.
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