Unterwegs

Rollstuhl für draußen: welche Untergründe gehen und welche nicht

Ältere Frau im Strongback Comfort auf einer Wiese im Park, daneben zwei Kinder auf einer Picknickdecke
Gepflegte Parkwege sind unproblematisch. Bei Sand und Kopfsteinpflaster wird es enger.

Die Frage kommt fast immer, wenn es um Ausflüge geht: Wie weit komme ich mit einem faltbaren Rollstuhl abseits von Asphalt? Die ehrliche Antwort ist ein Bereich, nicht ein Ja oder Nein. Ein Leichtgewichtrollstuhl ist auf Vielseitigkeit und geringes Gewicht ausgelegt, nicht auf Gelände. Das ist der Kompromiss, und er lohnt sich für die meisten Wege.

Was gut funktioniert

  • Asphalt und Beton, also Straßen, Gehwege und Radwege.
  • Kopfsteinpflaster. Es rüttelt, aber es geht.
  • Feste, ebene Waldwege und verdichtete Schotterwege.
  • Steigungen und Gefälle. Für längere Abfahrten empfehlen wir die Trommelbremse, weil die Begleitperson damit sicher dosieren kann.
  • Bordsteine, mit der Ankipphilfe und einer Begleitperson.

Wo die Grenze liegt

Sand ist die klare Grenze, und das gilt für faltbare Rollstühle allgemein, nicht nur für unsere. Die Räder graben sich ein. Ebenso schwierig sind tiefer Matsch, lose Waldböden und ausgefahrene Feldwege. Wer regelmäßig dort unterwegs sein will, braucht einen echten Outdoor-Rollstuhl mit größeren, breiteren Rädern. Solche Modelle sind deutlich schwerer und lassen sich nicht mehr nebenbei ins Auto heben. Das ist der Preis für die Geländegängigkeit.

Ein Hindernis überwinden, Schritt für Schritt

Höhere Bordsteine oder eine Schwelle lassen sich mit einer Begleitperson sicher überwinden. So geht es:

  • Den Kippschutz unter dem Sitz nach oben schwenken.
  • Die Person im Rollstuhl setzt sich aufrecht hin und hält sich fest.
  • Die Begleitperson greift beide Schiebegriffe fest und setzt einen Fuß auf die Ankipphilfe am hinteren Rahmen.
  • Die Ankipphilfe wird nach unten getreten, während die Griffe gleichzeitig nach unten gezogen werden, sodass der Rollstuhl vorne anhebt.
  • Vorwärts schieben, bis die Vorderräder hinter dem Hindernis aufsetzen, dann absetzen und den Kippschutz zurückschwenken.

Üben Sie das einmal in Ruhe auf einer niedrigen Kante, bevor Sie es unterwegs brauchen. Und rechnen Sie draußen grundsätzlich mit mehr Aufmerksamkeit: nasses Laub, Wurzeln und abgesenkte Gullydeckel sind die häufigsten Stolperstellen.

Warum das Gewicht draußen doppelt zählt

Ein leichter Rollstuhl macht draußen zweimal einen Unterschied. Beim Schieben, weil jedes Kilo bei Steigung und auf unebenem Grund spürbar wird. Und beim Verladen, weil ein Ausflug meist mit dem Auto anfängt und endet. Comfort und Flip wiegen ab 7,8 kg netto und mit Rädern, Fußstützen und Kippschutz zwischen 12,6 und 13,3 kg. Die größeren Vorderräder des HD Heavy Duty laufen auf unebenem Grund ruhiger, dafür wiegt er 16,3 kg.

Welches Modell für welche Wege

Wer überwiegend in der Stadt und auf befestigten Wegen unterwegs ist, ist mit Comfort oder Flip gut versorgt. Wer regelmäßig geschoben wird und dabei Gefälle vorkommt, sollte die Trommelbremse wählen. Wer mehr Tragkraft braucht, findet sie im HD. Für echtes Gelände führt kein Weg an einem spezialisierten Outdoor-Modell vorbei, und das sagen wir lieber vorher als hinterher. Welche Größe passt, klärt der Konfigurations-Leitfaden.

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